Name: Luise
Meine Schule zu Hause: Gustav-Hertz-Gymnasium Leipzig
Meine Erasmus+-Schule in Graz: Oeversee-Gymnasium
Meine Ziele für unseren Lernaufenthalt in Graz:
- mehr über meinen späteren Berufswunsch erfahren
- neue Bekanntschaften schließen und womöglich neue Freunde finden
- Graz erkunden und kennen lernen, da ich noch ie in Graz war
Meine Interessen und Hobbys:
- Zeichnen und Lesen
- Schwimmen
- Backen
Am meisten freue ich mich auf die Zeit, die wir am außerschulischen Lernort Klinik verbringen werden.
43 Jugendliche aus ganz Sachsen konnten an der Erasmus-Fahrt nach Graz teilnehmen. Eine davon war ich. Wir wurden auf 4 Schulen in Graz verteilt. Ich und neun andere Schülerinnen und Schüler konnten eine Woche lang, täglich einige Unterrichtsstunden am Oeversee-Gymnasium mitverfolgen. Wir saßen hinten im Klassenzimmer der Gesundheitsklasse 5-b und haben unter anderem Fächer wie Deutsch, Islamische Religion, Englisch und Musik miterlebt. Dabei bemühten sich alle Lehrer, uns in den Unterricht mit einzubeziehen. Ich war anfangs jedoch irritiert und überrascht davon, dass die Lehrer in Österreich mit „Professor“ angesprochen werden. Das Fach Islamische Religion war mir bisher noch nicht bekannt, ich fand es jedoch sehr spannend. Im Englischunterricht ist mir aufgefallen, dass meine Englischkenntnisse besser waren als die der Schüler. So konnte ich einer Schülerin beim Lösen der Aufgaben helfen. Der Unterricht wurde dann am Geriatrischen Gesundheitszentrum fortgesetzt, wo wir am außerschulischen Unterrichtsort praktische Erfahrungen sammeln konnten. Wir haben Vorträgen von verschiedenen Pflegeexperten gelauscht. Zuerst wurde uns das Haus generell und die verschiedenen Bereiche vorgestellt. Die nächsten Tage haben wir dann Vorträge zu bestimmten Themen gehört. Ich hatte sehr viel Spaß bei der Aromatherapie und wir konnte sogar unser eigenes Handpeeling erstellen. Anschließen wurde erklärt, wie wichtig die Aromatherapie für die alten Menschen in der Klinik ist. Bei dem Vortrag über das Wachkoma war ich sehr überrascht, wie viel denn da eigentlich dahintersteht. In den Vortrag zur Wundpflege wurden auch unsere eignen Erfahrungen mit einbezogen. Am Ende hatten wir dann auch noch die Möglichkeit, an Dummies das Versorgen von Wunden zu üben. Den Vortrag zur Basalen Stimulation fand ich sehr wichtig, denn dort ging es darum, dass die Pfleger den Patienten an den richtigen Stellen berühren und behandeln. Zudem konnten wir Gehhilfen ausprobieren, haben Handschuhe angezogen, die die Gefühllosigkeit in den Fingern, die im Alter kommt, simuliert haben und damit dann versucht, alltägliche Situationen zu meistern. Dies und die anderen praktischen Erlebnisse waren sehr toll, denn so war nicht nur Zuhören, sondern auch ein Stück weit Praxis dabei. Einmal haben uns auch die Klinik-Clowns besucht und wir konnten miterleben, wie diese die älteren Menschen aufmunterten und auch uns wurde ein Lachen ins Gesicht gezaubert.
Nach der Zeit in der Klinik, haben wir auch tolle Sachen erlebt. Mein Highlight der Woche war auf jeden Fall der Besuch in der Fuchskirche. Als wir dort ankamen, ging die Sonne schon unter und hat die Fenster in ein goldenes Licht getaucht. In der Kirche war es sehr bunt, aber was mir den Atem geraubt hat, waren nicht die Farben, sondern der Boden und die Bänke. Dieser bestanden aus kleinen runden Steinen, die zusammengespachtelt wurden und die Bänke hatten ein Muschelmuster auf dem Sitz. Die Form der Kirche und die Bänke im einfallenden Licht der untergehenden Sonne ließen mich fühlen, als ob ich in einer Grotte wäre, einfach ein atemberaubendes Gefühl. An einem anderen Tag sind wir mit den Schülern aus der Landesberufsschule und der 5-b, mit der Seilbahn auf den Schöckl gefahren. Dort konnten wir mit der Sommerrodelbahn fahren, was meine allererste Fahrt und ein tolles Erlebnis war. Danach gab es Abendessen und wir sind zum Bergkreuz gelaufen. Der Ausblick und die Landschaft auf dem Schöckl waren perfekt zum Fotografieren. Dies kam mir zugute, da ich hobbymäßig fotografiere. Während des Abstiegs durch den Wald, auf einem Weg aus Geröll, wurde es immer dunkler. Am Ende war es dann ganz dunkel und diese Wanderung verwandelte sich in eine Nachtwanderung – ein wirklich unvergessliches Erlebnis.
Durch die Zeit in der Klinik und vor allem die Vorträge, die einen guten und detaillierten Einblick in den Alltag einer Pflegefachkraft gegeben haben, konnte ich meinen Berufswunsch – eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen – festigen. In den Tagen und auch durch die Zeit in der Klinik, konnte ich auch neue Bekanntschaften mit den anderen Schülern aus Leipzig und Graz schließen und habe die eine oder andere Freundin dazugewonnen. Mit diesen hat es noch einmal mehr Spaß gemacht, Österreich und Graz am Nachmittag zu erkunden und kennenzulernen. Am ersten Tag in der Klinik war ich überrascht, dass kein direkter Kontakt mit den Patienten für uns vorgesehen ist und das Praktikum mehr theoretisch gehalten ist, jedoch habe ich auch bei den Vorträgen viel lernen können und Spaß gehabt. Für jemanden, der nicht so medizinbegeistert ist wie ich, könnte es nicht so interessant gewesen sein. Dies sollte das nächste Mal den Schülern kommuniziert werden, damit sie entscheiden können, ob dies etwas für sie wäre oder nicht. Die Nachmittagsaktivitäten waren jedoch gut organisiert, so konnte keine Langeweile entstehen. Das Hotel war sehr schön, das Essen lecker und es war sehr praktisch, dass die Kletterhalle gleich am Hotel war, so konnten wir an einem Nachmittag klettern gehen. Jetzt am Ende dieser Fahrt kann ich mit Freude sagen, dabei gewesen zu sein und meine neuen Erkenntnisse und Erfahrungen werden mir auch in Zukunft weiterhelfen.

